Wenn der Vater mit der Tochter...

Endlich war es soweit!! Meine fast 6 Jahre alte Tochter Maya steht kurz vor der Einschulung und hat natürlich Ferien! Da muß was geboten werden. Ihr Wunsch war es mit dem "Daddy" zum "Sterne gucken" zu gehen!

Am 12.8.2013 war es dann soweit!! Die Wetteraussichten waren nicht berauschend. Eine Gewitterfront sollte gegen 23:00 uns den Garaus machen. Jedoch waren die Seeingvorhersagen hervorragend!!! Und die Kleine hatte sich so gefreut und so packte ich meine Tochter mit 16 Zöller ins Auto und los gings auf die Kreuzleshöhe. Nach einer Stunde Fahrt erreichten wir den  1080m hohen Platz. Es war gegen 21:15, als wir am Platze waren und die Dämmerung war schon im vollen Gange. Wir erstiegen den noch 20m höheren Gipfel und genossen das Vater/Tochterding ungemein!!

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Der Mond neigte sich schon recht tief und sollte gegen 23Uhr untergehen.

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Der Blick auf die Venus  mit anrückender Wolkenfront

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Wir waren bereit doch das Wetter machte uns wie angekündigt dann aber gegen 23Uhr einen Strich durch die Rechnuung. Die vorausgesagte Front kam, jedoch die Gewitter blieben aus.

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Die Wolken zogen rasch durch..

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Und danach wurde es wieder klar. Die Durchsicht war genial,was bei meinem Foto leider nicht gut rauskommt.

Die Perseiden hielten uns bald unter Dauerfeuer! Ein wunderbares Schauspiel!!

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Maya wurde dann gegen Mitternacht wie zu erwarten war sehr müde und richtete sich im hinteren Teil des Autos ein.

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Danach war nur noch Rotlicht angesagt, da ich ja auch noch ein wenig beobachten wollte..

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Es blieb klar und die Transparenz war sehr gut. Der SQM maß stabile 21,51 und meine GG-Messung 6m5+!! M 13 freisichtig, ebenfalls später konnte ich M 33 freiäugig sehen. Unfassbar!

Ich beobachtete selber noch 2 Stunden, ehe das Wetter sich dann wieder verschlechterte. Bis dahin hatte ich aber sehr gute Bedingungen. Ich beobachtete den Cirruskompklex und versuchte mich mit der schon bekannten Karte von Rob Hawley: Hier sind die sichtbaren Filamente hervorragend abgebildet und das hilft der Beobachtung ungemein. Steve Gottlieb dokumentierte für die bisher einzige Komplettbeobachtung des gesamten Komplexes.

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Ich furhr den östlichen Teil, also NGC 6960 oder den Sturmvogel mit 130x und meinem OIII Filter und den westlichen Teil NGC 6992 und die "Knochenhand" NGC 6995 zerlegte ich ebenso in die einzelnen FIlamente.

Ich konnte dann die einzelnen Nebelkomponenten H und G dingfest machen, was auch unter solchen Bedingungen nicht einfach ist.

Ebenso konnte ich der Nordteil, NGC 6979 und NGC 6974 beobachten.  Diese Nebelfront liegt westlich von "Pickering`s Tringulars Whisp" und ist schon deutlich schwieriger zu sehen. Pickering`s Tringulars Whisp oder Simeis 3-188 selber war dann wieder relativ deutlich filamentär zu sehen. Er läuft nach Süden dünner werdend aus. DIeser Nebelkante nennt sich "The Thin Thread". Da wirds dann wieder schwierig.
Ich versuchte mich dann am weing beobachteten Südbogen des Komplexes, der als Simeis 3-210 bekannt ist. Die Bedingungen waren immernoch sehr gut, jedoch kam da so langsam wieder eine Front von Westen anmarschiert.

Die Idee kam mir beim durchforsten von Reiner Vogels Exotic-Katalog   Juli/August, den ich nur wärmstens empfeheln kann!. Seit einem guten Jahr versuche ich visuell den kompletten Cirruskomplex zu zeichnen und das mit 100-136x Vergrößerung!!  Der Südbogen des Cirrus ist heute nur mal als VErsuch, da ich außer bei Reiner oder Steve Gottlieb nichts über das Objekt gefunden hab. In den meisten Karten taucht das Objekt auch gar nicht auf..

Simeis 3-210  Komponente A

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Meine Beobachtung

graukeil2 16

Simeis 3 210 neg

90x-136x mit OIII

nordrichtung standard Nord Nord Ost West

Diese Komponente scheint irgendwie "Die Vergessene" zu sein. SIe ist deutlich schwächer wie die oben beschriebenen bekannten Nebel des Komplexes. Das Objekt liegt ganz im Süden, ein wenig abgesetzt vom Komplex. Man sollte sich von der Komponente H nach Süden bis zum nächsten hellsten Stern HD 198976 hangeln. Mit meinem Lumicon OIII zieht sich der Nebel oberhalb und unterhalb von Norden nach Süden. Am hellsten ist er um den besagten Stern. Das Filament zieht sich dann nach unten, mit immer wieder filamentären Aufhellungen. Jedoch muß ich sagen, das das Objekt im Gesamten, deutlich noch schwächer ist wie z.B. Pickering`s Tringulars Whisp.
Oberhalb des hellen 6m3 Sterns ist ein abgesetzter kleiner nebliger Anteil.  Zum hellen besagten Stern weiter, scheint eine wenig helle  Region des Nebel zu sein.
Erst am 6m3 Stern ist der Nebel um den Stern breiter und heller und zieht südöstlich nach unten. Danach noch ein kleiner isoliertes schmales Filament, das weiter nach Südwesten zeigt.
Dann unterbricht den Nebel und erscheint erst wieder oberhalb eines schwachen Sterns. Eine dünne Nebellinie zieht nach Süden, immer schwächer werdend. Zwischen zwei Sternen wird das Filament breiter, jedoch schwächer und scheint nach Westen auszulaufen. An einer 3er Sternenkette scheint der mittlere vom auslaufendem Nebel durchzogen.  Ich muß imm er wieder gegen das Teleskop schlagen um das "Glowing" noch zu sehen. Puhh, danach läuft für mich das Teil aus!!. Und. reinziehende Wolken beenden die kleine Session dann doch abrupt

Das war für mich eine faszinierende Reise ind die Welt des Cirrusnebels. Ein Komplex der es verdient eine Nacht mal zu opfern!!

Die Wetterfront war  so langsam näher gerückt. Wind kam auf und Wolken flogen heran. Ich weckte meine Tochter und wir packten zusammen ein und fuhren RIchtung Heimat!! Nach kaum 1 Minute Autofahrt war Maya eingeschlafen!!

Das war mal eine ganz andere besondere Erfahrung für mich und ich werde diese Geschichte als "Ganz Besonders Wertvoll" verbuchen und noch lange an diese netten Stunden denken. Die Wetterschlechterung nahm seinen lauf. Kaum zu Hause angekommen begann es an zu regnen....Glück gehabt.....

P.S.Wer immer das auch liest, verzeiht meine Fotos, besser gehts mit der "Kiste" nicht!!

 

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