Visuelle Beobachtung des Orionnebels

Was wäre der Wintersternhimmel ohne sein Paradeobjekt, dem Orionnebel. Unterhalb den 3 Gürtelsternen ist er der hellste Nebel des nördlichen Nachthimmels. Entdeckt hat ihn wohl Nicholas Peiresc (1580-1637). Er dokumentiete seine Sichtung im Jahr 1611. Laut einigen Aufzeichnungen beobachtete er mit einem Fernrohr von Galileo Galilei.

Visuelle Sichtung

Mit kleinen Teleskopen und größeren Ferngläser ist dieser heller Nebel kein Problem und schon ein Beobachtungsleckerbissen. Mit 4 bis 8 Zoll ist der Nebel bereits eine Augenweide. Viele Details sind schon im Okular  sichtbar.

Mit 12 Zoll ist der Anblick unvergesslich. Der Detailreichtum ist unglaublich.

Für eine relativ genaue Zeichnung muß man mindestens 2 Stunden bis 2 Beobachtungsnächte veranschlagen. 2009, ist der Nebel dann das erste mal so richtig in meinem Visier!

Hier die entstandene Zeichnung ist vom Januar 2009. Sie ist ohne Filter entstanden.

Während dieser Beobachtung hatte ich sehr gute Bedingungen. Mein Ziel war es den gesamten Nebelkomplex ins Okular zu pressen. Mit dem 31 Hyperion konnte ich dies gut bewerkstelligen.

Am 19.1.2010 war es wider erwarten klar. Spontan packte ich mein Teleskop auf den Eichener Berg bei Stafflangen. Es war Nebel vorausgesagt, darum fuhr ich noch zu meinem Beo-Platz in Füramoos.

m_42_haj

Die Daten der Nacht:

Ort: Eichener Berg/Stafflangen

Instrument: Lightbridge 12 Zoll
Okular: 17mm Hyperion

Beobachter: Uno solo 

Wetteradaten:Anfangs klar, gute Durchsicht. Am Horizont war aufkommender Nebeldunst sichtbar!

Die Luftfeuchte war anfangs bei 72%, stieg aber minütlich an!!

Außentemperatur: -6°
Infrarottemperatur: -18°C

Himmelsqualität: Das SQM maß anfangs 21,18 bis maximal 21,38. Nach ca. 1 Stunde konnte ein
ein deutlicher Abfall (20,77) gemessen werden.

Die Daten von M 42

Bezeichnung: M 42 oder NGC 1976
Objektklasse: Emissions und Reflexionsnebel
R.A -5h35, 3min
Dekl: -5°23`
Helligkeit: 3m7
Flächenhelligkeit: 11m
Größe: 90`x 60`
Entfernung: 1300Lj

M_42__Orionnebel_1.2009

Meine Originalbeobachtungsbeschreibung vom Diktiergerät:

NGC 1980 ist oberhalb des rechten Flügels sehr hell sichtbar. Eine kleines Nebelhalo umrahmt diesen Stern. Rechts, leicht schräg oberhalb konnte ich ein stumpfes Dreieck beobachten. Um dies dre Sterne war ebenfalls ein feines Nebelhalo zu beobachten.

Mit 90x facher Vergrößerung schwenkte ich dann langsam unterhalb.  Die ersten Filamente von M 42 kamen ins Okular. Mit dem UHC sah ich deutlich am meisten Nebeldetails. Der rechts gezeichnete äußere Flügel teilt sich in einen unteren kurzen Arm und in einen längeren oberen Arm. Oberhalb scheint er sich nochmals nach innen zu schären.

Nebel kam auf ich mußte mich sputen!!!

Das dunkle "Fischmaul" oder die Große Bucht stach kontrastreich vom hellen Huygensgebiet hervor. Die Trapezsterne waren oberhalb, schon im hellen Teil der Huygenregion sichtbar.

Rechts ist auffällig eine gerade Stern-Dreierformation sichtbar.

Der auf der Zeichnung sichtbare rechte Nebelflügel ragt spitz zulaufend nach rechts unten. Im inneren Teil des Flügels waren 2 Sterne sichtbar. Dort scheint die Nebelkonzetration auch deutlich schwächer zu sein wie unter und oberhalb des linken Flügels. Oberhalb und um die Huygendregion ist eine fast deckende Nebelschicht sichtbar. Flammenartig ziehen sich von dort helle Filamente von der Huygensregion nach oben. Einfach ein grandioser Anblick!! Der Nebel wurde immer mehr zum Problem. Ich hoffte auf meinen selbstgemachten Tauschutz, der meinen Fangspiegel, schützen sollte. Noch war alles klar!!

M 43 hatte im UHC die Form eines Kommas. Einen kleinen Nebelausläufer nach unten konnte ich erkennen. Der im Nebel leuchtende Stern ist leicht oberhalb des Nebels zu sehen. Unterhalb des Nebels waren zwei schwache Sterne Sterne erkennbar. Weiter nach unten führte ich das Teleskop.

Ein sehr schönes Nebelobjekt trat in meine Okularmitte. Der Nebel umfasste den kleinen offenen Sternhaufen NGC 1981. Die genaue Katalogbezeichnung des GN heißt NGC 1977. Er bestand aus 4 helleren Sternen, die oberhalb zusammenhängend miteinander verbunden sind. Am linken Ende scheint sich der Nebel schräg nach unten zu teilen und umrahmt nochmals 4 Sterne, die paarweise angeordnet waren.

So nun war es soweit. Der Nebel zog vom Boden und am Himmel zu!! Nach knapp 2 Stunden Beobachtungszeit brach ich ab und packte meine Ausrüstung ein. Immernin nach 4 Monaten kompletter 0 Nummer ein kleiner astronomischer Lichtblick im neuen Jahr!!

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