Wahnsinnsnacht  im Allgäu am 29.April 2008

ferienwohnung_in_oberried

Am 28.04. 08 gings mal wieder für 2 Nächte in unsere Ferienwohnung im Allgäu. Das Wetter verhieß nichts gutes. Bei Sonnenschein mittags gegen 14 Uhr fuhren wir mit Kind und Kegel los.
Andi, Uwe und der kleine Jakob sind diesmal mit von der Partie. Uwe hat sein 8 Zoll Galaxy Dobson mitgebracht.
Die erste Nacht schien der Wetterbericht sein Wort zu halten. Es goss in Strömen!!! Wir verbrachten einen gemütlichen Hüttenabend bei gutem Essen und hofften natürlich auf die nächste Nacht.
Der Wetterbericht am nächsten Tag gab uns allen Anlaß für Optimismus!! Es sollte nach anfänglichen Regen bis Mittags gegen Nachmittag aufklaren. Und das tat es auch. Morgens bestiegen Maya, Gitti und ich unseren ersten Berg gemeinsam. Unser Hausberg, die Riedholzer Kugel hatte sich natürlich dazu angeboten.

besteigung_der_kugel

Der Gipfel ist fast erreicht!!

besteigung_der_kugel_2

Anstrengend wars für mich und Maya....aber geschafft!!!

Gegen Mittag baute ich mein 16 Zoll Lightbridge auf und justierte es das erste mal mit dem Laser.

16_zoll_in_oberried

Die Wolkentristesse war um 18 Uhr dann fast beendet. Es klarte zusehends auf!!

Nach ein paar Tellern Käsespatzen zog es mich dann hinaus und ich stellte mein 16 Zöller auf meinen üblichen Beobachtungsplatz.

hajue_und_dobson

Die Nachjustierung klappte hervorragend.
Saturn funkelte bereits und so begann unsere lang ersehnte Beobachtungsnacht. Saturn war schön zu sehen und ich konnte ihn super scharf fast 400 fach Vergrößern. Die schöne aktuelle Ringstellung und die Cassiniteilung funkelten im Okular.
Das Seeing war hervorragend, es war windstill und anhand der Beobachtung am Saturn versprach diese Nacht ideal zu werden...
Gegen 22 Uhr zeigte der SQM bereits eine 21,49. Mit Uwe besuchten wir zuerst die derzeitigen Paradeobjekte am Zenit: M 51, die Whirlpoolgalaxie, M 97, der Eulennebel mit M 108 warten unsere ersten Objekte. Danach versuchte Uwe M 81 und M 82 zu finden, was nach längerer Suche erfolgreich gelang. Uwe kam immer besser zurecht und hatte dann bald ein Erfolgserlebnis am Leo-Triplet. Ein wirklich schöner Anblick bei jetzt schon SQM 21,55, das entspricht ca. 6m5!! Eine Wahnsinnsnacht!!
Der Anblick des Sternenhimmels war der Hammer!!!Ich hatte so langsam Probleme mich am Himmel zu orientieren, da der Sternenreichtum wirklich extrem war!!

Nun versuchte ich mich an M104, der Sombrerogalaxie

Mit 8m ist sie relativ hell. Sie ist ca. 40 Mio. LJ von uns entfernt. Ihr Durchmesser beträgt
über 80000 LJ. Sie gehört zum Virgohaufen, ist jedoch davon isoliert.

Bei 121 facher Vergrößerung seh die Galaxie mit einem sehr hellen Zentrum. Der obere Rand scheint wie abgeschnitten. MIt 228 facher Vergrößerung sehe ich auch über der dunklen Linie Details, die mir bis dato verborgen waren.

m_104.jpg

M 104 bei 126 facher Vergrößerung

Weiter gings dann weiter im Sternbild Virgo am äußeren Stern 109. Gleich rechts daneben
leuchtet in 90 Mio. LJ mit einer Helligkeit  von 10m3 die Galaxie NGC 5746. Man sieht sie in klassischer Kantenlage mit einem sehr hellen Zentrum und einer hellen Zone am unteren Arm.
Ein sehr lohneswertes Objekt.

ngc_5746.jpg

Nach ca. 30 Minuten hatte ich eine Skizze des Objektes angefertigt.
Ich verließ das Sternbild Virgo und fuhr zum Sternbild Corvus, dem Raben. Dort ein wenig
westlich suchte ich die sogenannte Antennengalaxie NGC 4038/4039 auf. Schnell gefunden bot sie mir ein phantastischen Anblick.

Es handelt sich hierbei um zwei kollidiernede Galaxien.

ngc_4038_4039.jpg

Sie ist 90 Mio. LJ von uns entfernt und mit 10m noch relativ hell. 
Ich sehe die ein bischen breitere untere Galaxie, die mit der oberen

schmaleren, längeren Galaxie unten verbunden ist. Die sogenannten Sternfäden, die man auf den Fotos zu sehen bekommt, blieben mir verborgen. Ich hätte die Galaxie noch früher beobachten sollen, da sie zu westlich und über dem leicht störenden Lichtdom von Oberstaufen von mir beobachtet wurde. Der SQM maß 21,36 in dieser Richtung.
Bei 21,66, dem Spitzenwert dieser Nacht konnte ich zum nächsten Objekt fahren.
M 64 im Sternbid des Coma Berenices war meine nächste Station.

Das schwarze Auge ist für mich das erste mal zu sehen.

m_64.jpg

Mit 8m5 ist sie gut und schnell zu finden. Sie ist ca. 60 Mio. LJ von uns entfernt. Das dunkle Auge sehe ich unter dem hellen Kern. Ein unglaublicher Anblick, den ich natürlich auf Papier festhalten mußte.

Es ist 2 Uhr morgens, es ist saukalt und wir sind jetzt schon über 5 Stunden draußen. Das Sternbild der Leier zieht von Osten herauf. Das Sommerdreick ist bereits zu sehen. Der Skorpion dominiert den Süden. Uwe und ich genießen diese besondere dunkle Nacht.
21,66 vom SQM gemessen entsprechenca. 6m8 und waren bis dato meine besten Beobachtungsbedingungen.
Mit dem Ringnebel, M 57 beschließen wir die Nacht. Bei 365facher Vergrößerung ist der berühmte Nebel riesig im Okular zu sehen.

Zu Filter und Ähnlichem war es mir dann zu kalt. Ich fertigte noch eine Skizze an und suchte den Nebel nach dem Zentralstern ab. Meine Augen waren jedoch zu müde um mein Vorhaben erfolgreich zu beenden. Wir beendeten unsere Session und gingen noch beeindruckt von einem einmaligen unglaublichen Himmel schlafen. Es ist schon ein Luxus, das Teleskop nicht mehr abbauen zu müssen. Wir stellten es unter die Balkonbrüstung und ließen es dort stehen.

galaxy_und_lightbridge

Die Teleskope am nächsten morgen. Die Sonne hatte sie wieder aufgewärmt.

dobson_parking

Meine komplette Familie!!!

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