Beobachtungsnacht vom 3.06.08 in Ittenhausen mit Tobias Schöller

Datum: Nacht zum 1.7.08 23:00 - 3:30
Beobachtungsort: Ittenhausen
Instrument: 12 Zoll Lightbridge, 12,5 Zoll Dobson
Himmelsqualität: gute Durchsicht, windstill, Seeing 3 von 6
SQM: maximal 21,44
Beobachter: Hans-Jürgen Merk, Tobias Schöller

Beobachtungsobjekte:

M 13; M 8, M 20; M 17; M 16; NGC 6503; NGC 5907

Endlich nach längerer Planung klappte es gestern mit einer Beobachtungsnacht in Ittenhausen. Von den Interessierten "Albspechtlern" hatte Tobias spontan Zeit. Tobi hab ich schon während der letztjährigen Ratt kennengelernt. Das Wetter war tagsüber nicht zu heiß und die Restwolken schienen sich gegen Abend aufzulösen. Um 22 Uhr, nach kurzer SMS Rücksprache, fuhr ich dann Richtung Ittenhausen. Gegen 22:30 baute ich bei fortschreitender Dämmerung mein 12 Zoll Lightbridge auf. 15 Minuten später stieß Tobi dazu und baute sein Mega 12 Zöller, Marke Eigenbau auf. Die Wolken waren komplett aufgelöst und es war absolut windstill.

Ich justierte mit dem Laser meinen Hauptspiegel mit den neuen Bob Knob Drehknopfschrauben, die ich für meine Justierschrauben ausgewechselt hatte.

Gegen Mitternacht zeigte das SQM 21,22. Wir begannen mit dem M 13, den ich mit 113 und 217x Vergrößerung bewundern konnte. Das Seeing war gar nicht schlecht, für einen lauen Sommerabend. Danach besuchten wir unseren Planeten Jupiter, dabei bemerkte ich dass die Luft relativ ruhig war. Der Planet konnte noch 217 fach einigermaßen scharfgestellt werden.
Um circa 0:30 schwenkten wir unsere Teleskope Richtung tiefen Süden. Das Sternbild Schütze war unser Ziel. Ich habe dieses Sternbild ja schon mit meinem 16 Zöller in Oberried abgegrast. Ich wollte mir heute mal den Unterschied zum 12 Zöller anschauen. Wir begannen mit M8, dem Lagunennebel.

Das SQM maß 21,40, was für eine Sommernacht schon mal ganz ordentlich ist. Die Milchstraße zeigte wunderbar kontrastiert ihre Details. Die Schildwolke, die dunklen Zonen im Schwan und die hellen Nebelknoten im Schützen waren deutlich zusehen.

Dieser Beobachtungsplatz in Ittenhausen ist schon ein sehr gute Platz. Absolut kein Streulicht, keine größeren sichtbaren Lichtkegel. Der Reutlinger und Stuttgarter Lichtkegel war sehr schwach nordwestlich auszumachen, ohne aber jedoch zu stören.
Der Lagunennebel war im 13,4 Spear Weeler mit UHC Filter eine Offenbarung. Jedoch sind deutlich weniger Nebelanteile zu sehen, wie beim 16 Zöller.
M 20 oder Trifidnebel war ohne Filter schon sehr gut zu sehen. Die Dunkelanteile, die die Nebelzonen abtrennen waren auch ohne Filter sichtbar. Mit dem UHC kamen diese Zonen noch deutlicher zur Geltung.
M 22 war auch schnell gefunden. M 13 finde ich Zentrum deutlich sternenreicher. Er läßt sich mit 217facher Vergrößerung bereits gut auflösen.
Der Schwanennebel heißt nicht umsonst so. M 17 ist seine Schwanenform nicht abzusprechen. Es ist für mich der beeindruckenste Nebel im Schützen. Er läßt sich auch bei über 200facher vergrößerung detailreich beobachten. Der UHC Filter bringt die schwachen Nebelfillamente um den Schwan gut zur Geltung.

21,44 trotz der hellen Milchstraße war der Spitzenwert dieser Nacht.
Der Adlernebel beschließt die Reise durch das Sternbild des Schützen. Tobi war von den Objekten stark beeindruckt. M 16 zeigt seine Pilzartige Form. Bei M 16 ist der deutlich schwächer wahrzunehmen wie am 16 Zöller. Irgendwie müssen sich die fehlenden 4 Zoll ja auswirken.

Einen kurzen Abstecher ließ uns noch zum Nordamerikanebel im Sternbild Schwan machen. Mit meinem UHC Filter und meinem 42mm Weitwinkelokular war er wunderschön zu sehen.
Gegen 3 Uhr beschließe ich die Beobachtungsnacht mit 2 Galaxien in Kantenlage. Im Sternbild des Drachen ist die Galaxie NGC 6503.

ngc_6503__ittenhausen.jpg

Ich sehe einen relativ unregelmäßigen Nebelstreifen, der im unteren Teil heller und breiter ist, wie der obere Teil.
Die zweite Galaxie ist NGC 5907. Sie ist eine dieser Galaxien, die wir genau von der Seite betrachten können.

ngc_5907_ittenhausen.jpg

Die typische Lichtnadelform, wie bei NGC 4565, ist durch ihre nicht spitz zu laufenden Enden nicht sichtbar.

3:30 am Morgen. Meine Augen brannten vor Müdigkeit, die Okulare liefen durch die hohe Luftfeuchtigkeit immer schneller an. Der Handpropeller von Tobias kam daher im öfter zu Einsatz.
Tobi u nd ich beschlossen mit einem Bier, die sehr schöne erfolgreiche Nacht und werden dies zusammen wohl noch öfters wiederholen.

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