Von Rehen, Jäger und ein bischen Astronomie

Datum: 2/3.07.2008 22:30 - 03:15
Ort: Bombendenkmal nördlich von Ittenhausen
Himmelsqualität: schlechte Durchsicht, teilweise hohe Bewölkung
SQM: max. 21,22 um 1Uhr
Beobachter: Hans-Jürgen Merk, Tobias Schöller
Beobachtungsinstrumente: 12 Zoll Lightbridge, 12,5 Zoll Dobson Marke Eigenbau

Beobachtungsobjekte:
NGC 6210 im Hercules
NGC 6781 im Adler
NGC 6804 im Adler
NGC 6826 im Schwan
NGC 7027 im Schwan

Beobachtungsbericht:

Relativ spontan und bei gewittrigem Wetter verabredete ich mich mit Tobi gegen 23 Uhr in Ittenhausen am Bombendenkmal. Östlich hingen Gewitterwolken und westlich ebenfalls. In Rekordzeit von 30 Minuten erreichte ich unseren Beobachtungsplatz. Mir zitterten noch die Knie, da ich kurz vor Ittenhausen eine Vollbremsung hinlegen mußte. 4 Rehe brachen aus dem Wald und mein Teleskop schüttelte es gehörig durch. Glück gehabt!!!!!!

Dann doch noch gut angekommen, ging der Aufbau und Justierung schnell von statten. Um 23 Uhr traf dann Tobi ein, und baute seinen Riesen Teil von Teleskop auf. Da plötzlich ein Schuß!!!!!!

Autolichter kamen uns von Westen entgegen und ich ahnte, was die nächsten Minuten leider bestätigen sollten. Der größte Feind des Hobby Astronomen ist die Lichtverschmutzung, schlechtes Wetter und vor allem die meisten Jäger, die sich in der Dämmerungszeit, wie wir, in dunklem Gelände aufhalten. Es kam was kommen mußte. Ein Jagersmann samt Sohnemann entsprangen dem Wagen und die obligatorische Frage kam: "Was machen sie da"???? Erst eindringliche Erklärungen ließen den Mann davon abkommen,daß wir böse Menschen seien und nur eines im Sinn hätten, die Umwelt zu schädigen. Der Hantel und Ringnebel beschwichtigten den Jägersmann dann doch und die Fragestellung änderte sich dahingehend, so daß wir unser Basiswissen der Astronomie rauskramen mußten.

Nach doch fast einer halben Stunde verließen uns die zwei Jägersmänner und wir versuchten erneut unsere Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Gegen 0:30 begannen wir unsere Tour im Hercules. Das SQM maß nur 21,22. Die Durchsicht war nicht besser geworden. Die Transparenz der Milchstraße war deutlich schlechter, wie noch vor 2 Tagen.

NGC 6210 ist im unteren Teil des Hercules zu suchen. Bei über 100 facher Vergrößerung leuchtet er sichtbar grün, was dan bei über 250 facher Vergrößerung verblaßt. Das Seeing war so schlecht, daß ich den sonst sichtbaren Zentralstern nicht aus dem inneren hellerem Teil extrahieren konnte.

ngc_6210_ittenhausen.jpg

NGC 6210 mit 12 Zoll

NGC 6781 war im Adler zu suchen. Die "Schneekugel", wie man dieses Objekt noch nennt, war leicht zu finden. Ich hatte letztes Jahr, bereits dieses Objekt erstmal gesichtet. Dieses mal ist mit dem UHC und 113 facher Vergrößerung, die Scheibenform gut zu erkennen. Der obere Bereich hebt sich vom unteren Bereich ein wenig ab. Er ist heller.

ngc_6871_ittenhausen.jpg

NGC 6871 mit 12 Zoll Dobson

Ein wenig mehr Zeit benötigte ich für NGC 6804. Nach 10 Minuten Suchzeit konnte ich dann den schwachen unregelmäßigen Nebel im Okular betrachten. Im Nebel konnte ich zwei schwächere Sterne, wahrscheinlich Hinter oder Vordergrundsterne beobachten.

ngc_6804_ittenhausen.jpg

NGC 6804 mit 12 Zoll Dobson

NGC 6751 blieb Tobi und mir versagt.Nach längere Suche gaben wir auf und schwenkten unsere Teleskope zum westlichen Teil des Sternbilds Schwan.
NGC 6826 war schnell gefunden und der Anblick ist immer wieder sehr beeindruckend. Im kleinen Teleskop muß man ja noch die Indirekte Beobachtungstechnik anwenden, um den Nebel zu sehen. Bei unseren 12 Zoll ist der Nebel mit Zentralstern und einem inneren hellerem Ring und einem schwächeren äußeren Ring sichtbar. Eine Vergrößerung über 350 fach brachte schöne Details. Ein Filter ist bei diesem Objekt nicht nötig.

ngc_6226_ittenhausen.jpg

NGC 6826 mit 350 x

Abschluß bildete gegen 2 Uhr 30 dann NGC 7027. Bei über 300 fache Vergrößerung ist eine unregelmäßige Form zu erkenen.

ngc_7027_ittenhausen.jpg

NGC 7027 mit 300 x

Trotz schlechtem Seeing, glaubte ich eine Helligkeitsbstufung mit einer dunklen Nebelregion zu erkennen. Das Bild waberte im Okular und die ersten Wolken beendeten unsere Session dann abrupt. Denoch waren wir zufrieden, wir hatten das Beste aus einer nur mittelmäßigen Nacht gemacht.

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