Was bedeutet Himmelsqualität und was beeinflusst sie??

  • Lichtverschmutzung, das künstliche Licht der Menschen
  • Transparenz ist die Durchsicht des Himmels und ist vorallem von der Höhe der Standortes und durch Wettereinflüsse beeinflusst
  • Seeing bedeutet die Luftunruhe des Himmels und ist wie die Transparenz vor allem vom Standort, Höhe und durch das aktuelle Wettergeschehen beeinflusst.

Was beinflusst die atmosphärische Transparenz?

  • Luftfeuchtigkeit
  • Nebel, Hochnebel
  • Dunst
  • Luftunruhe, Wind
  • Warme Luftschichten am Boden
  • Beobachtungsstandort
  • Staub (Industrieballungsräume)

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Bild von Uwe Krämer von Oberried Südsicht

Wann ist die Transparenz am höchsten?

  • Niedrige Luftfeuchtigkeit
  • trockene Luft
  • Hoher Gebirgsstandort
  • Weit und breit keine Industriellen Abgase und Lichtverschmutzung

Gibt es Wetterzeichen, die eine gute Transparenz ankündigen?

  • Keine Dunstglocke am Horizont
  • Klare Farben beim Sonnenuntergang
  • Die Sonne behält bis zum Untergang klare Konturen
  • Eine grünliche Färbung nach dem Sonnenuntergang

Gutes Seeing und gute Transparenz ist selten!!

Es gibt 3 Methoden die zur Messung der Himmelsqualität angewendet werden können!

  • Bei tagsüber tiefblauem Himmel wird die Nacht klar und man hat gute Durchsicht. Das bedeutet wenig Staub und Feuchtigkeit sind in der Atmosphäre
  • Die visuelle Grenzgrößenbestimmung ist ein subjektiver Parameter. Das variert bei jedem Beobachter
  • Die Bortle Skala ist ein guter individueller visueller Parameter um den geamten Himmel zu beurteilen
  • Das Sky Quality Meter misst die Himmelshelligkeit

Die Grezgrößenmessung

Da das Ziel, eine objektive Messung ist, wird die Grenzgrößenmessung wegfallen. Sie ist eine höchst subjektive Methodee!! Sie ist jedoch auf jedenfall zur persöhnlichen Beobachtungsdokumentation am besten geeignet.

Die Grenzgrößenmesseng ist, wenn man sie richtig anwendet, aufwendig aber subjektiv eine Methode den Himmel zu beurteilen. Anbei eine Grenzgrößenkarte vom Kleinen Wagen:

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Beobachtungszustand und Sehschwächen des Beobachters sind bei dieser Methode ein großes Problem.

Die Bortleskala

Die von Uwe Pilz modifizierte Bortle Skala, ist noch am ehesten geeignet. Sie misst keine punktuell kleinen Sterne, sondern hält sich an Flächenhaften Objekten, wie die Milchstraße oder große Objekte, wie M 33 und M 31. Die Milchstraße ist aber leider nicht das ganze Jahr gleich hell. Im Sommer leuchtet sie wesentlich stärker im Süden. Im Winter ist sie deutlich schwächer und braucht einen wirklich guten Standort um die Wintermilchstraße zu sichten, geschweige beurteilen zu können. Das erschwert natürlich vergleichbare Messungen!!

Der Originalbericht vom http://www.skyandtelescope.com/resources/darksky/3304011.html?c=y&page=1

von John E. Bortle

Zur Bortle Skala

Das Sky Quality Meter

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Bildquelle: www.unihedron.com

misst die Helligkeit des Himmels mit Hilfe eines CCD Chips. Bei den angezeigten Werten handelt es sich um die Flächenhelligkeit, die in Größenklassen pro Quadratbogensekunde gemessen wird. Der Aufnahmekegel ist > 80°

Wie misst man richtig??

  • Kein direktes Streulicht
  • Keine Bewölkung
  • Keine Abschattung
  • Temperaturanpassung notwendig
  • SQM gerade nach oben halten
  • Erste Messung verwerfen
  • 3 mal Messen und dann mitteln
  • Wiederholt messen

SQM Werte der Region

  • Ittenhausen 21,70
  • Füramoss 21,49
  • Oberschwaben(Scharben) 21,50
  • Hohes Allgäu 21,80
  • Hohes Adelegg 21,72
  • Edelweißspitze: 21,9
  • Wasserkuppe(Rhön): 21,80

Das "Milchstraßenproblem"

Eine helle transparente Milchstraße erhellt eine dunkle Nacht messbar! Je dunkler und transparenter der Himmel, desto heller leuchtet die Milchstraße.
Alpenhimmel: ca. 0,2
Namibiahimmel: ca. 0,4
Der Einfluss hängt vom Winkel der Milchstraße zum Zenit ab.

Milchstraßenkorrektur: Sommer ca. 0,3
Winter ca. 0,2


Das neuere Modell, das SQM - Lense

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Bildquelle: www.unihedron.com

hat durch eine eingebaute Linse vor dem Chip einen wesentlich kleineren Aufnahmekegel. Er beträgt um die 20°.
Dadurch fallen Horizonthelligkeit, Streulicht- und Abschatungsproblematik deutlich kleiner aus.

Unihedron-SQM-Database
Hier könnt ihr eure gemessenen Werte eintragen. Die Liste ist jedoch leider mit Vorsicht zu genießen, da doch einige Werte, die weit über 22 gehen angewzweifelt werden müssen!!

  • Temperaturausgleich ca. 15 Min.
  • Das Gerät mit gestrecktem Arm nach oben halten
  • Mindestens 3 Messungen durchführen

 Fazit:

Man kann die visuellen Bedingungen nicht mit Geräten oder anderen Messtechniken adequat messen. Das SQM Messgrät ist lediglich ein Hilfsmittel um die Himmelshelligkeit objektiv zu messen. Das SQM misst aber leider nicht die Durchsicht!! Das müssen unsere Augen erledigen!!
Abhängig sind wir leider immer vom aktuellen Wetter. Da muß alles stimmen. Die sogenannten "Offene Atmosphären Bedingungen" sind überaus selten. Das sind optimale trockene Bedingungen in der Atmosphäre mit absolut wolkenlosen Nächten.
Die aktuellen klimatischen Wetterveränderungen wie die Verlangsammung der Jetstreamwinde und die daher zunehmende Erwärmung und Feuchtigkeitszunahme der Atmosphäre läßt unser Vorhaben oft sehr schwierig werden. Daher müssen wir mit der Situation leben und dass Beste drauß machen. Das heißt man sollte sichnicht nur alpine Beobachtungsplätze , die oft eine lange Anfahrt benötigen suchen. Nahe Beobachtungsstandorte am Wohnort, die relativ schnell erreicht werden können wären da ideal. Man sollte immer ein kleines Beobachtungsprogramm in Petto haben. Längere Beobachtungen in  unseren Breiten werden meist durch zu hohe Luftfeuchtigkeit oft jäh erschwert. Daher sind kürzere Beobachtszeiten notwendig, um auf seine Beobachtungszeiten zu kommen

Für mich ist die Mischung von allen diesen Methoden die beste Öglichkeit den Himmel zu beurteilen!!