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Astrozeichnen - Mein Methode

Warum Zeichnen? Mein Zeichentalent war von eh her eine Katastrophe!! Aber ich habe so richtig Spaß daran gefunden, sich ein Objekt wirklich mal mindstens 1 Stunde, bei großen Objekten bis 2 Nächte, in aller Ruhe anzusehen und dann zu versuchen, daß zu zeichnen, was man im Okular sieht.

Es gibt ja schon unglaublich schöne CCD Bilder in den Foren, Aber mit der Wirklichkeit im Okular hat dieses natürlich wenig zu tun. Dafür ist unser Auge in dunkler Nacht nicht geschaffen worden. Für mich ist es wichtig so genau wie möglich das zu Zeichnen, was ich im Okular sehe. Nicht der beste Zeichenkünstler ist hier gefragt, sondern der Zeichner, der am realistischten, das Objekt auf das Papier bringt! Und da besteht genau die große Schwierigkeit. Eine Zeichnung ist immer subjektiv, das sollte man nie vergessen und keine Zeichnung wird alles maßstabsgetreu perfekt wiedergeben.

Im Goto Teleskop ist dies natürlich deutlich einfacher, da das Objekt im Okular bleibt. Zeichnen hinter einem Dobson ist da schon eine größere Herausforderung. Geduld und nochmals Geduld heißt die Formel!!
Ich benötige eine Schablone, die ich auf einem Klemmbrett am Teleskop benütze. Als Stift kommt da nur ein gespitzter Bleistift in Frage.Das Papier sollte aus einem weißen Karton bestehen. Ein dünnes Papier wellt sich in der Feuchtigkeit der Nacht und läßt sich nur schlecht scannen!!

zeichenanleitung
(Bild: Meine Schablone für meine erste Skizze)

Mein aktuelles Beobachtungsprotokoll zum Downloaden



 

Schritt 1 Die Skizze

Die Skizze sollte so genau wie möglich sein. Ein Problem beim Dobson ist bei mir natürlich die fehlende Nachführung. Gerade beim 16 Zoll wirds bei höheren Vergrößerungen problematisch. Man muß sehr oft die Zeichentätigkeit unterbrechen, um das Objekt wieder ins Okular zu bringen. Eine schwach rote Stirnlampe ist da ein sehr gutes Hilfsmittel. Das Rotlicht der Taschenlampe sollte so angepaßt werden, so dass die Dunkeladaption unserer Augen nicht gestört werden. Die meisten Rotlichtlampen sind meistens zu hell.
Ich zeichne dann erst das Objekt und versuche so viele Details. wie möglich in der Skizze unterzubringen. Die Sternumgebung sollte nicht vergessen werden. Sie bringen der Zeichnng noch ein reales Aussehen.

Man muß sich Zeit lassen, d. h. das Beobachtungsprogramm sollte nicht so umfangreich sein.

Schritt 2 Der Feinschliff zu Hause

Mit Wischer oder Q-Tips und Bleistift werden dann Details und Schattierungen eingezeichnet. Die Sterne werden dann mit einem dünnen schwarzen Filzstift nachgezeichnet.

Der alte Spruch Weniger ist Mehr, gilt auch beim Astrozeichnen. Irgendwelche Fantasieprodukte, mit Details, zu denen man ein 2m Teleskop bräuchte, will keiner sehen. Es gibt Zeichnungen in der Szene, die Objektdetails mit kleinsten Öffnungen gesehen und gezeichnet haben, die ich zumindest als fragwürdig bezeichnen würde!
Das eine Zeichnung nie so genau wie eine CCD Fotografie sein kann, ist ja klar. Das heißt, Abmessungen, Sternumfeld usw. können halt dann schon mal abweichen. Bei großen Objekten, wie M 101 oder M33 kann man ja in transparenten Nächten stundenlang am Zeichenbrett verbringen und wenn man später die Zeichnung mit Fotos vergleicht, wird es immer Abweichungen geben.

Der letzte Schritt:

Zu Hause scanne ich Zeichnungen in den PC und invertiere sie mit einer spezieller Software des Scanners,oder mit dem Programm Iranview ins Negativ. Beim Scannen ist zu achten, dass man die Graustufen und Bildbearbeitung so einstellt, dass auch die Zeichnungen 1:1 wiedergegeben werden. Und das ist gar nicht so einfach!!n

Andere Methoden gibt es viele. Die Reinzeichnung auf schwarzes Fotopapier, verlangt eine zweite Sitzung zu Hause. Das sollte ma natürlich so zeitnah wie möglich machen, sonst vergisst man Details oder man zeichnet Details dazu, die es gar nicht gab.
Es gibt Softwares, mit der man das Sternumfeld, selbst die Objektzeichnung am PC durchführen kann. Jeder muß seinen Weg zu seiner Methode finden....

Update 2010

Aktuell seit der DSM 2010, fertige ich wieder eine Skizze vor Ort mit dem oben genannten Protokoll an. Ich zeichne aber keine Symbole oder andere Zeichen darin ein.Ich versuche bereits vor Ort ein möglichst genaues Bild zu bekommen. Zu Hause zeichne ich dann auf einen 120g Karton die Reinzeichnung.

Aktuell nehme ich Kohlstifte, Graphitstifte und weiche Bleistifte!!


 

Zeichenbeispiel:

Der genaue Zeichenvorgang:

img085

Die hellsten Sterne werden eingezeichnet

img086

Die Umrisse des Objekts werden mit einem Bleistift lschwach eingezeichnet

img087

Die hellsten Strukturen und Schattierungen werden eingezeichnet

img088

Das Objekt wir mit einem Wischer oder Q-Tip detailliert und schattiert

img095

Die umliegenden Feldsterne werden eingezeichnet.

Was ich bis dato noch oft vernachlässige ist eine korrekte
Einnordung der Zeichnung

img089_negativ

Die verfeinerte Skizze wurde ins Negativ invertiert! Fertig!!!!